Die Malerin Verena von Lichtenberg wurde als Tochter eines Architekten in Straßburg geboren. Schon in ihrer frühen Kindheit zeichnete sie Perspektiven, Grundrisse, Schnitte sowie Entwürfe von Häusern und Gebäuden. Sie wuchs in Deutschland auf und gewann dort mehrere Zeichen- und Malwettbewerbe. Ihr künstlerisches Umfeld wurde von Architekten und Künstlern wie Ludwig Mies van der Rohe, Otto Wagner, Friedensreich Hundertwasser, Wassily Kandinsky, Joan Miró und Salvador Dalí geprägt, deren Einfluss später in ihrem Werk spürbar werden sollte.
Ebenso wurde sie durch die fachlichen und architektonischen Gespräche ihres Vaters sowie dessen Kollegen beeinflusst, der mit Le Corbusier und Oscar Niemeyer befreundet war. Die Nähe zu diesem von der Moderne geprägten architektonischen Umfeld formte früh ihre Wahrnehmung von Raum, Struktur und Proportion.
Ihre Kunstlehrer erkannten ihr Talent und wollten sie auf ihrem künstlerischen Weg fördern. Ihre Familie verweigerte ihr jedoch diese Laufbahn.
Daraufhin absolvierte sie eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin, in der sie als Landessiegerin des Landes Hessen ausgezeichnet wurde. Ihren Abschluss erlangte sie mit Auszeichnung und den Glückwünschen der Prüfungskommission, insbesondere durch ihre innovativen Präsentationen im Bereich Zeichnung, Perspektive und grafische Gestaltung.
Da sie verpflichtet war, einen technischen Bildungsweg einzuschlagen, verhandelte sie ihre Aufnahme an die Technische Schule Darmstadt, die zugleich die Hochschule für Bildende Künste beherbergte. Dort vertiefte sie parallel wissenschaftliche Studien, Architektur und Grafikdesign – Disziplinen, die ihr Verständnis von Raum, Komposition und Licht nachhaltig prägen sollten.
Während ihres gesamten akademischen und beruflichen Werdegangs setzte sie ihre persönliche künstlerische Forschung kontinuierlich fort.
Anschließend studierte sie Ingenieurwesen und Städtebau an der Technischen Universität Darmstadt sowie an der École Supérieure des Travaux Publics (ESTP) in Paris.
Ihre berufliche Laufbahn führte sie in verantwortungsvolle Positionen im Bereich Architektur und Stadtentwicklung, wo sie mit international renommierten Architekten und Stadtplanern wie Frank Owen Gehry, Norman Foster, Jean Nouvel, Rem Koolhaas und Roland Castro zusammenarbeitete.
Im Rahmen ihrer Ausstellung im Musée François Pompon in Saulieu im Jahr 2016 wurde ihr die tiefgreifende Bedeutung des Bauhauses für ihre Wahrnehmung des Raumes und ihre Bildsprache besonders bewusst. Dabei erkannte sie die Kontinuität zwischen ihrer technischen Ausbildung und den Grundlagen der modernen Architektur.
Dieser Weg an der Schnittstelle von Architektur, Ingenieurwesen und bildender Kunst bildet das Fundament ihrer künstlerischen Arbeit, in der Raum, Struktur und Licht zunehmend zu eigenständigen Ausdrucksmitteln werden.